Carl Orff – Humanist gegen den Strom der Zeit

Eine Wander-Ausstellung des Orff-Zentrums München aus Anlass des 125. + 1. Geburtstags des Komponisten

Die Ausstellung soll auch als Anregung verstanden werden, sich erneut intensiv mit den Werken und den Texten von Carl Orff auseinanderzusetzen.

Für Carl Orff (1895-1982) war das 20. Jahrhundert eine kulturelle Endzeit; er suchte daher nach neuen Wegen für das Musiktheater der Gegenwart. In seinen 18 Bühnenwerken verwendete der Komponist weltumspannende, zeitlos gültige Stoffe und erfand gänzlich neue Klänge durch die Einbeziehung außereuropäischer Instrumente in bis dahin ungeahntem Ausmaß. Als überzeugter Humanist stellte er sich unbeirrbar gegen den jeweils herrschenden Zeitgeist und baute verbindende Brücken zwischen den Epochen und den Kulturen.

 

Mit Fotos, Notenbeispielen und zahlreichen Originalzitaten möchte die Ausstellung aufmerksam machen

  • auf die Besonderheit der Stoffe, die Orff aus der reichen Tradition der gesamten europäischen Geistesgeschichte schöpfte und die aufgrund ihrer tiefen Menschlichkeit überall auf der Welt unmittelbar verstanden werden können;
  • auf die faszinierende Vielfalt und Vielschichtigkeit seiner lebensvollen Musik- und Theaterwelten;
  • auf die teils direkte, teils subtile, doch stets scharf und treffend formulierte Zeitkritik;
  • auf die ungebrochene Gültigkeit seiner Aussagen, die gerade heute wieder frappierend aktuell wirken.

In dieser vom Orff-Zentrum München konzipierten Ausstellung werden sämtliche seiner Bühnenwerke und das »Schulwerk« mit Bildern und aussagekräftigen Originalzitaten von Carl Orff präsentiert.

17.06.2021 | 18:00  —  Vernissage zur Ausstellung

Department für Musik- und Tanzpädagogik – Orff Institut
Ausstellungsdauer: 17.6. – 31.8.2021  I  Öffnungszeiten: Mo – Fr: 8.00 – 22.00 Uhr, Sa – So und an Feiertagen: 9.00 – 19.00 Uhr
Kurzreferat zum Ausstellungskonzept von Dr. Thomas Rösch  I  Eröffnung der Ausstellung durch Rektorin Prof. Elisabeth Gutjahr  I  Künstlerische Umrahmung von Studierenden des Departments für Elementare Musik- und Tanzpädagogik – Orff Institut
Foyer | Universität Mozarteum | Mirabellplatz 1 | 5020 Salzburg

Das Orff-Zentrum München gratuliert zu zwei runden Geburtstagen

Der ehemalige Bayerische Staatsminister Hans Maier feiert seinen 90. Geburtstag
Hans Jörg Jans – Gründungsdirektor des Orff-Zentrums München – feiert seinen 85. Geburtstag

Prof. em. Dr. Dr. h.c. Hans Maier, Politikwissenschaftler, Publizist und Politiker, feiert am 18. Juni 2021 seinen 90. Geburtstag. Als Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus griff er die Initiative von Liselotte Orff zur Gründung eines dem Komponisten Carl Orff gewidmeten Instituts auf und stellte die entscheidenden Weichen für die Errichtung des Orff-Zentrums München, Staatsinstitut für Forschung und Dokumentation. Lesen Sie mehr.

Hans Jörg Jans, Dramaturg, Musiker, Musikologe und Gründungsdirektor des Orff-Zentrums München, feiert am 18. Juni 2021 seinen 85. Geburtstag. Er prägte und gestaltete das bis zu seiner Eröffnung 1990 neu renovierte Institutsgebäude an der Münchner Kaulbachstraße. Alle Besucher erleben bis heute in der so geschaffenen Atmosphäre das Haus als zentralen und lebendigen Ort der Begegnung im Zeichen von Musik und Wissenschaft. Lesen Sie mehr.

Zweite Ausgabe

Digitale Zeitschrift online

»Orff® – Kunst und Pädagogik«

digital I kostenlos I zweisprachig

Carl Orffs Werk ist zeitlos aktuell und beeinflusst bis heute KünsterInnen und PädagogInnen weltweit. Nun widmet sich eine neue Zeitschrift seinem Werk. Zu Wort kommen hier MusikerInnen und WissenschaftlerInnen, die Zusammenhänge erforschen und zu neuen Erkenntnissen gelangen. Zu Wort kommen aber auch PädagogInnen, die Orffs Prinzipien und Grundideen Tag für Tag in die unterrichtliche Praxis übertragen, an die junge Generation weitergeben und dadurch ermöglichen, dass sich sein lebendiges Konzept mit der Zeit und mit den Generationen ganz in seinem Sinne stetig verändert und weiterentwickelt.

«Orff® – Kunst und Pädagogik» erscheint für die Orff-Stiftung bei Schott Music in einer deutschen und einer englischen Fassung und ausschließlich in digitaler Form. Die Zeitschrift ist als Orff-App kostenlos erhältlich auf den digitalen Vertriebsplattformen App Store (Apple), Google Play oder als Desktop-App.

Godela Orff

Am 21. Februar 2021 wäre Godela Büchtemann-Orff, die einzige Tochter des Komponisten, 100 Jahre alt geworden. Sie brillierte als Schauspielerin und war eine geschätzte Sprecherzieherin. Carl Orff schrieb Die Bernauerin für sie, und Godela prägte durch ihre Mitwirkung bei der Uraufführung 1947 in Stuttgart wie auch in späteren Produktionen die Titelpartie nachhaltig. Zudem beteiligte sie sich als kompetente und charmante Moderatorin neben Gunild Keetman an zahlreichen Orff-Schulwerk-Fernsehsendungen des Bayerischen Rundfunks. Die komplizierte Beziehung zu ihrem Vater stellte sie in ihrem Buch „Mein Vater Carl Orff und ich“ dar – fraglos aus sehr subjektiver Sicht, aber dennoch authentisch und letztlich grundiert von einer tiefen, verstehenden Liebe. Am 28. März 2007, sechs Jahre vor ihrem Tod, stellte Godela Büchtemann-Orff das von ihr selbst gesprochene Hörbuch gleichen Titels in einer Veranstaltung des Orff-Zentrums München der Öffentlichkeit vor. Bis zuletzt beschäftigte sie sich eingehend mit den Werken ihres Vaters, insbesondere mit dem Endzeitspiel De temporum fine comoedia, das sie zutiefst bewunderte.
Zahlreiche Informationen, Fotos und anderes über die Jubilarin finden Sie auf der von Dr. Gerhard Büchtemann eingerichteten Homepage. (Dr. Thomas Rösch)

Carl Orffs Trionfi

Trittico teatrale

I. Carmina Burana / II. Catulli Carmina / III. Trionfo di Afrodite

Spektakuläres Figurentheater im Münchner Künstlerhaus

Impressionen vom 17. Oktober 2020 im Festsaal, Fotos: Brigitte Sporrer

  Liselotte Orff, 1987, Foto: Christa Pilger-Feiler

Liselotte Orff, 1987, Foto: Christa Pilger-Feiler

Orff-Zentrum München, Eingang, Prof. Dr. Hans Maier, 2016

Prof. Dr. Hans Maier, Foto: Jan Adamiak

Liselotte Orff (1930-2012)

»Der ruhende Pol und gute Geist« von Hans Maier

Aus einem Beitrag für die Kulturzeitschrift »Literatur in Bayern« I Ausgabe Nr. 142, Dezember 2020 I Holzheimer, Gerd (Hg.)

[…] 22 Jahre war Liselotte Orff die Ehefrau Carl Orffs und seine engste Mitarbeiterin – wenn man die Sekre­tariatsjahre hinzunimmt, sind es sogar 27 Jahre. Aus den letzten Lebensjahrzehnten, aus dem Spätwerk des Meisters, der 1982 starb, ist sie nicht wegzudenken. In dieser Zeit verbreitete sich Orffs pädagogisches wie auch sein dramatisches Werk in der ganzen Welt. Sein Ruhm wuchs. Die gefährlichen Klippen der ersten Le­benshälfte schienen endgültig umschifft zu sein. Das Heim in Dießen, Werkstatt und Wohnhaus zugleich, wurde zum Wallfahrtsort für Schüler und Bewunderer aus aller Welt. Hier arbeitete der Komponist inmitten seiner Bücher und Sammlungen. Das behäbige Land­haus mit den alten Bildern aus Familienbesitz, den afrikanischen Masken, den chinesischen und javani­schen Gongs, den Cymbeln, Glocken, Tanzpauken, den weiten Wiesen ringsum mit Obstbäumen und Weihern und den von Liselotte Orff gehegten Islandpferden – das alles wurde trotz seiner Abgelegenheit im Lauf der Zeit beinahe ein ähnlicher Repräsentationsort wie die Garmischer Villa von Richard Strauss – wenn auch mit ganz anderen Anklängen und Akzenten. Es war ein verdientes Renommee. Denn seit Richard Wagner und Richard Strauss hatte kein in Bayern lebender Kom­ponist so unbestrittene Weltgeltung erlangt wie Carl Orff.
Liselotte Orff erlebte in dieser Zeit die Entstehung und Aufführung der letzten Werke des Komponisten: vor allem des Prometheus (1968), in dem die antike Tragödien-Dreiheit Orffs ihren Abschluss und ihre Vollendung fand, und des Endspiels De temporum fine comoedia (1973) – der Darstellung des Endes der Welt und zugleich der theologischen Verheißung ihrer Wie­derherstellung. Liselotte Orff erlebte die Vorbereitun­gen und Proben, von denen viele im Haus stattfanden, die Besprechungen mit Sängern, Instrumentalisten, Re­gisseuren. Wilfried Hiller hat geschildert, wie Orff bei solchen Gelegenheiten alle Partien sang und Klavier spielte, während die Anwesenden Schlaginstrumente bedienten, Triangel schlugen und Weingläser rieben. […]

Die »Literatur in Bayern« ist seit 30 Jahren eine Kulturzeitschrift mit Schwerpunkt auf bayerischer Literatur. Ob Auszüge aus Prosa- und Lyrikwerken, Rezensionen, Ausstellungsbesprechungen oder wissenschaftliche Aufsätze – die LiB eröffnet Raum für jegliche Kunstform von Literatur und Kultur aus Bayern.

Der Schwerpunkt von Ausgabe Nr. 142 lautet »kostbar«.

Carl Orff und der Glaube

Vortrag von Dr. Thomas Rösch zum 125. Geburtstag des Komponisten I Katholische Akademie in Bayern I 06.10.20

Carl Orff ein religiöser Komponist? Eine Messe, ein Requiem, ein Oratorium oder eine Passion lässt sich im Werkkatalog des Künstlers nicht finden. Natürlich sind da sein Weihnachts- und Osterspiel und auch das nur selten aufgeführte »Spiel vom Ende der Zeiten«, aber ansonsten muten seine Werke eher weltlich, ja »antik-heidnisch« an, wie der Direktor des Orff-Zentrums München, Thomas Rösch, am Montagabend in München einräumte. Für die Katholische Akademie in Bayern hatte er einiges Überraschendes zum ambivalenten Verhältnis des Musikers zu Glaube und Religion aus dem Archiv zu Tage gefördert.

Schutz- und Hygienekonzept Orff-Zentrum München

Aktuell

Das Orff-Zentrum München ist ab dem 8. März 2021 wieder für den Benutzerverkehr geöffnet (gemäß § 22 der 12. Bayerischen Infektions-
schutzmaßnahmenverordnung). Die Öffnung erfolgt unter den Maßgaben dieses Schutz- und Hygienekonzepts. Mit Betreten des Gebäudes gelten für alle Besucher*innen des Orff-Zentrums München (OZM) die Schutz- und Hygieneregeln.


Vielen Dank für Ihr Verständnis!
Ihr Orff-Zentrum München

You have Successfully Subscribed!