»Mein Schulwerk und mein künstlerisches Schaffen, beides entstammt der gleichen Wurzel, beides der Idee Musikē, der Verbindung von Wort, Ton und Gebärde. Wie diese Idee ein Credo meines ganzen Bühnenwerks ist, so liegt sie auch meinem Schulwerk zugrunde.« (Carl Orff, 1978)

Carl Orff, 1970
Foto: Daniela-Maria Brandt
© Carl-Orff-Stiftung / Archiv: Orff-Zentrum München

Carl Orffs Gesamtwerk – pädagogisches und künstlerisches Schaffen – entspringt nicht nur einer gemeinsamen konzeptionellen Idee, es ist auch ganz wesentlich von der fortwährenden gegenseitigen Befruchtung und Inspiration dieser beiden Schaffensbereiche geprägt. Erfahrungen aus der praktischen Arbeit an der Günther-Schule in den 1920er- und 1930er-Jahren fanden nicht nur Eingang in die Publikationen des Orff-Schulwerks, sie schlugen sich auch deutlich und nachhaltig in Orffs kompositorischer Arbeit nieder. So finden sich zahlreiche Motive und Anleihen aus dem Schulwerk in seinem künstlerischen Schaffen wieder. Nicht zuletzt war auch das für sein Schulwerk entwickelte Orff-Instrumentarium für sein Bühnenschaffen von grundlegender Bedeutung. Obgleich sich das Werk von Carl Orff so in einzigartiger Weise auszeichnet und die beiden Bestandteile dadurch eng aneinander gebunden sind, erwies sich hier aus systematischen Gründen doch eine getrennte Darstellung als pragmatisch und sinnvoll.