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Trionfo di Afrodite

Concerto scenico

 

Besetzung: Solisten, Chor, Orchester

Sprache: lateinisch, altgriechisch

Entstehungszeit: 1947–1951

Uraufführung: 14. Februar 1953 Milano, Teatro alla Scala (I) · Dirigent: Herbert von Karajan · Inszenierung: Herbert von Karajan · Kostüme/Bühnenbild: Joseph Fenneker · Choreographie: Tatjana Gsovsky

Aufführungsdauer: 45′

 

Das Werk Trionfo di Afrodite ist Teil des Tryptichons Trionfi

Werkteile / Gliederung
I. Canto amebeo di vergini e giovani a Vespero in attesa della sposa e dello sposo

II. Corteo nuziale ed arrivo della sposa e dello sposo

III. Sposa e sposo

IV. Invocazione dell‘ Imeneo

Inno all‘ Imeneo

V. Ludi e canti nuziale davanti al talamo

La sposa viene condotta alla camera nuziale
Epitalamo

VI. Canto di novelli sposi dal talamo

VII. Apparizione di Afrodite

Besetzung detailliert
Personen: La Sposa / Braut · Sopran – Lo Sposo / Bräutigam · Tenor – Corifei / Chorführer · Tenor, Sopran, Bass – Doppelchor, Großer Chor und Tanzchor: Vergini / Jungfrauen – Giovani / Jünglinge – Vecchi / Greise – Parenti / Eltern und Verwandte – Amici / Freunde – Popolo / Volk

Orchester: 3 (auch 3 Picc.) · 3 (2. u. 3. auch Engl. Hr.) · 3 · 3 (3. auch Kfg.) – 6 · 3 · 3 · 2 – 6 P. S. (Trgl. · 4 Beck. [Beckenpaar u. hg. Beck.] · Tamt. · Röhrengl. · Schellentr. · 2 kl. Tr. · 2 gr. Tr. · 4 Mar. · 4 Hölzer · 3 Glsp. · Xyl. · Marimba · Ten.-Xyl. [Trogxyl.]) (10-12 Spieler) – 3 Git. · 2 Hfn. · 3 Klav. – Str. (12-14 · 12-14 · 12 · 12 · 8)

 

Aufführungsmaterial Schott Music

Inhalt
Die Handlung führt mitten in eine antike Hochzeitsfeier: An der Festtafel warten junge Männer und Frauen ungeduldig auf die Ankunft des Brautpaars. Da endlich erscheint der Hochzeitszug! Mit begeistertem Jubel wird er begrüßt. Kaum haben die Frischvermählten Gelegenheit, im ganzen Trubel ein paar zärtliche Worte zu tauschen, denn schon rufen die Hochzeitsgäste frenetisch den Segen des Hochzeitsgottes auf das junge Paar herab.

Anschließend begleitet man die Eheleute mit Fackeln zum Brautgemach. Während jedoch die scheue Braut beruhigt und sanft in das Gemach geschoben wird, muss der Bräutigam erst noch ein paar deftige Scherze über sich ergehen lassen, ehe man auch ihn in die Kammer entlässt. Leise wird die Tür geschlossen, den Liebenden noch ein inniger Glückwunsch hinterher geschickt. Verhalten hört man die zärtlichen Stimmen der Neuvermählten, als Aphrodite selbst erscheint, um den beiden ihren Segen zu geben. Stürmisch wird die Liebesgöttin von den Hochzeitsgästen begrüßt.

Kommentar
Zwar fand die Kombination Carmina BuranaCatulli Carmina ihren Platz auf Bühne und Konzertpodium, doch verstärkte sich bei Orff das Gefühl, dieses Zweigespann durch ein drittes Werk abrunden und abschließen zu müssen. Verständlicherweise würde dadurch den Carmina Burana die Funktion des Eröffnungsstücks und den Catulli Carmina die eines Zwischenspiels zufallen. Allerdings tat sich der Komponist nicht leicht, einen Stoff zu finden, der einerseits die beiden vorhandenen Werke gipfeln, zum anderen mit ihnen zusammen eine Sinneinheit ergeben würde. Nach längerer Suche stieß er erneut auf Catull, und zwar diesmal auf seine Hymenäen (Hochzeitsgesänge), die – aufgrund ihrer dialogischen Struktur – in der Darstellung einer antiken Hochzeit immenses dramatisches und szenisches Potenzial in sich bargen. Von Catull führte dann der Weg zur griechischen Dichterin Sappho: Der römische Dichter hatte ein Liebesgedicht der Griechin ins Lateinische übertragen. Und an Sapphos zeitloser Liebeslyrik nun entzündete sich Orffs Begeisterung. Da aber von dieser Dichterin nur Fragmente überliefert sind, sah sich Orff gezwungen, lyrische Bruchstücke, einzelne Strophen und kurze Verse in ein Ganzes zu gießen und diesem dann mit den Hymenäen (Hochzeitsgesängen) Catulls einen handlungsstiftenden Rahmen zu geben. Abschließend krönte Orff seine antiken Hochzeitszeremonie mit einem Text des Euripides: der ekstatischen Anrufung der Liebesgöttin Aphrodite.

Im Gegensatz zu den bildgewaltigen Carmina Burana und den handlungsreichen Catulli Carmina entstand beim Trionfo di Afrodite ein vorwiegend auf Wort und Musik basierendes »szenisches Konzert«.

Nachweise

Textnachweis Inhalt/Kommentar:

Johannes Schindlbeck: »Trionfo di Afrodite«, in: Carl Orff. Ein Führer zu den Bühnenwerken, Mainz 2015, S. 49-51.

Bildnachweis:

[Titelseite] Carl Orff: Trionfo di Afrodite – Concerto scenico, Partiturautograph, 1951, BSB, Musikabteilung, Nachlass Carl Orff, Orff.ms.66 | © Carl-Orff-Stiftung/Archiv: Orff-Zentrum München.