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Trionfi

Trittico teatrale

für Sopran, Tenor, Bariton, gemischten Chor, Knabenchor und Orchester

 

Besetzung: Sopran, Tenor, Bariton, gemischter Chor, Knabenchor und Orchester

Sprache: altgriechisch, altfranzösisch, lateinisch, mittellateinisch, mittelhochdeutsch

Entstehungszeit: 1934–1951

Uraufführung szenisch: 14. Februar 1953 Mailand, Teatro alla Scala (I) · Dirigent: Herbert von Karajan · Inszenierung: Herbert von Karajan · Kostüme: Joseph Fenneker · Bühnenbild: Joseph Fenneker

Uraufführung konzertant: 5. März 1953 München, Saal der Residenz (D) 8. Symphonieorchester des Rundfunkorchesters · Dirigent: Eugen Jochum · Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks · Chor des Bayerischen Rundfunks · Choreinstudierung: Josef Kugler

Aufführungsdauer: 155′

 

Aufführungsmaterial Schott Music

Werkteile / Gliederung

Das Triptychon verbindet die drei folgenden Werke in der angegebenen Reihenfolge:

I. Carmina Burana – Cantiones profanae (1936)

II. Catulli Carmina – Ludi scaenici (1943)

III. Trionfo di Afrodite – Concerto scenico (1951)

Alle Teile sind auch einzeln aufführbar

Informationen zu Handlung und Besetzung finden sich bei den jeweiligen Einzelwerken

Kommentar

Der Titel des Triptychons greift zurück auf die sogenannten »Trionfi«, die Prunk- und Maskenzüge in den italienischen Republiken und Fürstentümern der Renaissance: Bei diesen Umzügen wurden traditionell Helden und Götter der Antike samt Gefolge präsentiert. Allerdings steht in Orffs Trionfi nicht eine mythische Gestalt im Handlungszentrum, sondern die weltbeherrschende Triebkraft der Liebe selbst wird in ihren unterschiedlichsten Facetten gezeigt. Diese Triebkraft wird dabei gewissermaßen rückschreitend zu den Anfängen unserer okzidentalen Geschichte erforscht: vom Mittelalter zurück in die römische Antike, und von dort zurück ins alte Griechenland.

Dabei entspricht der Dreiteilung der gesamten Orffschen Trionfi einerseits die Dreiteilung der Dichtung (griechische Hochzeitslyrik, lateinische Liebespoesie und mittellateinische/mittelhochdeutsche Liebes- und Vagantendichtung) sowie andererseits eine Dreiteilung der Zeiten (griechische Antike, römische Antike und Mittelalter). Selbst in den einzelnen Werken wirkt die Dreizahl prägend: Die Carmina Burana teilen sich einerseits in Hauptteil und Rahmenhandlung sowie im Hauptteil in die Abschnitte Uf dem anger, In taberna und Cour d’amours; Catulli Carmina wiederum fächern sich auf in Vorspiel, Haupthandlung und Nachspiel; und Trionfo di Afrodite schließlich gliedert sich in die drei Teile Erwarten des Brautpaars, Hochzeitsbräuche sowie Ankunft der Liebesgöttin. Und ihr, der personifizierten Liebe, gilt als zentraler Gestalt der ganzen Trionfi auch der apotheotische Schlussgesang des Triptychons.

Nachweise

Textnachweis Inhalt/Kommentar:

Johannes Schindlbeck: »Trionfi«, in: Carl Orff. Ein Führer zu den Bühnenwerken, Mainz 2015, S. 34 f.

Bildnachweis:

Carl Orff: Trionfi, Plakat, UA, Teatro alla Scala, Mailand 14. Februar 1953.