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Orff-Schulwerk

Erstes Spiel am Xylophon

 

Verfasser: Gunild Keetman

Sprache: deutsch / englisch

Publikationsjahr: 1969 (Schott ED 5582)

Besetzung: variabel (Alt- Xylophon, Sopran-Xylophon, Glockenspiel, Metallophon, klingende Gläser)

 

Arbeitsmaterial Schott Music (ED 5582)

Inhalt
Nr. 1 Kuckuck, Eierschluck

Nr. 2 Zizibe, Zizibe

Nr. 3 Sieh Beck

Nr. 4 Backe, backe Kuchen

Nr. 5 Lirum larum Löffelstiel

Nr. 6 Schneck, Schneck, komm heraus

Nr. 7 Ringel, ringel Reiha

Nr. 8-16 Spielstücke

Nr. 17 Ich und du

Nr. 18 Annamirl, Zuckerschnirl

Nr. 19 Liebe Sonne, komm gekrochen

Nr. 20 Blaue, blaue Wolken

Nr. 21 Ene bene Bohnenblatt

Nr. 22-42 Spielstücke

Nr. 43 Drei Rosen im Garten

Nr. 44-48 Fünf kleine Kanons

Kommentar
Einführung

Die Stabspielübung ist für den ersten Unterricht in Kindergarten und Grundschule und zum Musizieren im Haus gedacht. Hier können Eltern mit ihren Kindern oder Kinder miteinander spielen.

Die Stücke eignen sich am besten für Altxylophon, bzw. für Sopran- und Altxylophon, doch können auch Glockenspiele und in manchen Fällen, die besonders angegeben sind, Metallophon oder klingende Gläser verwendet werden. Allen Liedern und Spielstücken liegt eine auf c aufgebaute pentatonische Skala […] zugrunde. Es ist daher zweckmäßig, die f- und h-Stäbe nicht aufzulegen. Dadurch ergibt sich eine für das Kind leicht überschaubare Gliederung der Spielfläche, die schnelle Orientierung ermöglicht.

Die Stabspiele können im Sitzen oder Stehen gespielt werden. Die Spielfläche sollte beim sitzenden Kind etwas über Kniehöhe (waagrechte Oberschenkel, die Füße müssen mit der ganzen Sohle den Boden berühren können), beim stehenden ungefähr in der Körpermitte sein.

Gelöste Körper- und Armhaltung (Ellbogen nicht an den Körper pressen) und federnder Anschlag mit beweglichen Handgelenken in der Mitt[e] des Stabes sind Voraussetzungen für einen guten, klingenden Ton. Auf gleichmäßige Höhe des Abfederns in beiden Händen ist zu achten, harter und zu lauter Anschlag ist zu vermeiden. Sensibles Spiel ist immer anzustreben.

Bei abwechselndem Spiel beider Hände ist auf fließenden, unmerklichen Wechsel und auf organischen Ablauf zu achten.

Die Verteilung der Töne auf rechte und linke Hand ist durch auf- bzw. abwärts gestrichene Notenhälse gekennzeichnet […].

Schon mit 4-5jährigen kann begonnen werden. In den ersten Zwei- und Dreitonliedern Nr. 1-7 spielen die Kinder zunächst die Begleitungen, zu denen der Lehrer die Melodie singt oder spielt; später versuchen die Kinder, die Lieder zu ihren Begleitungen selbst zu singen, dann auch die Liedmelodien zu spielen. Aus den angegebenen Begleitungen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden kann der Lehrer jeweils die für die Kinder passenden heraussuchen. Sie sollten darüberhinaus als Grundlage auch für andere einfache, vom Lehrer gesungene oder gespielte improvisierte Melodien verwendet werden.

Es kommen vor in:

Nr. 1 durchgehend gleichzeitger Anschlag beider Hände mit gleichbleibenden Tönen.

Nr. 2 Wechsel der Begleitung innerhalb des Liedes.

Weitere Begleitungen mit gleichzeitigem Anschlag auf gleichbleibenden Tönen und auf wechselnden Tönen in einer Hand.

Abwechselnder Anschlag beider Hände mit gleichbleibenden Tönen.

Nr. 3 Vorspiel mit anderer Begleitung.

Abwechselnder Anschlag mit beiden Händen, mit gleichbleibenden und wechselnden Tönen.

Nr. 4 Vorspiel mit anderer Begleitung.

Öfterer Wechsel der Begleitung innerhalb des Liedes.

Nr. 5 Beidhändige Begleitung in verschiedenem Zeitmaß.

Nr. 6 Parallel- und Gegenbewegung beider Hände mit gleichzeitigem Anschlag.

Nr. 7 Noch einmal beidhändige Begleitung in verschiedenem Zeitmaß, da capo-Form.

Die Spielstücke Nr. 8-16 sind vorwiegend aus Teilen auf- und absteigender Skalen gebildet, z. T. unterbrochen durch Tonwiederholungen oder einfache Sprünge. In ihnen kommt es hauptsächlich auf das bewegungsmäßige Erfassen eines Ablaufs an. Die Stücke können, obgleich sie alle Töne enthalten, wegen ihres einfachen Baues schon bald gespielt werden. Sie fördern die manuelle Geschicklichkeit, schulen aber auch gleichzeitig unbewußt das Hören. Auch Punktierungen, wie in Nr. 18 (die Hände müssen »galoppieren«) fallen, wenn man von der Bewegung ausgeht, nicht schwer.

Die Lieder Nr. 17-21 sowie die Spielstücke 22-38 führen in steigenden Schwierigkeitsgraden das Vorangegangene mit den gleichen Mitteln weiter.

In Nr. 39-42 werden Parallel- und Gegenbewegungen beider Hände in einfachen Melodien geübt.

Nr. 43 bringt als erste größere Form ein Rondo.

Nr. 44-48 beschließen das Heft mit einfachen, aus Skalenausschnitten gebildeten zweistimmigen Kanons.

Neben dem Spielen der gedruckten Lieder und Spielstücke sollten Nachspielübungen (Echospiel) in allmählich wachsenden Tonräumen, angefangen mit der Kuckucksterz […], sowie das Finden und Erfinden eigener Begleitungen und Melodien nicht vernachlässigt werden.

Nachweise

Textnachweis Kommentar:

N. N.: »Einführung«, in: Gunild Keetman (Hrsg.): Orff-Schulwerk. Erstes Spiel am Xylophon, Mainz 1969, S. 2.

Bildnachweis:

[Titelseite] Gunild Keetman (Hrsg.): Orff-Schulwerk. Erstes Spiel am Xylophon, Mainz 1969.