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Orff-Schulwerk

Elementare Musikübung – D1

Übung für Stabspiele: Xylophon

 

Verfasser: Hans Bergese, Vorwort von Carl Orff

Sprache: deutsch

Publikationsjahr: 1933 (Edition Schott No. 3554a)

Besetzung: Pauken, Schlagwerk

 

Diese Auflage ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Besetzung detailliert
Instrumente: Glockenspiel (chromatisch, Umfang: c1–c3), 2 Sopran-Xylophone (Stimmung: D, Umfang: d2–e3), Alt-Xylophon (Stimmung und Umfang: D-Dur, d1–e2), Alt-Metallophon (Stimmung und Umfang: D-Dur, d1–e2), Schellen, Fußschellen, Rasseln, Schlagstäbe, Holzblocktrommeln, Basstrommeln, Kleine Pauken

Schlägel: 6 Xylophonschlägel (Gummischlägel), 2 Metallophonschlägel (Gummischlägel), 2 Glockenspielschlägel (Holzschlägel), Filzschlägel

Inhalt
Für Alt- (oder Sopran-) Xylophon:

I. Teil: Übstücke

Spiel mit einer Hand:

I Umfang bis zu 5 Tönen

Spiel mit beiden Händen:

II Gleicher Rhythmus in beiden Händen
III Ostinato-Begleitung auf einem Ton in kleineren Notenwerten als die melodieführende Stimme
IV Ostinato-Begleitung auf einem Ton in größeren Notenwerten als die melodieführende Stimme
V Ostinato-Begleitung auf mehreren Tönen
VI Nachschlagendes Spiel, Vorschläge und Wirbel
VII Beide Stimmen in Parallelführung
VIII Komplementäres Spiel

II. Teil: Spielstücke

1. Folge
2. Folge
3. Folge
4. Folge (Glissando)
5. Folge (Gabelgriffe in der linken Hand)
6. Folge (Gabelgriffe in der linken Hand) .
7. Folge (Gabelgriffe in der rechten Hand

Für Sopran- und Alt-Xylophon:

8. Folge

Für Metallophon, Sopran- und Alt-Xylophon, Schlagwerk ad libitum

9. Folge

Kommentar
In dem Bestreben, die primitive Musikübung gleichsam biologisch aufzubauen, anfangend mit der rein rhythmisch-melodischen, bewegungsgebundenen Übung ohne Instrument (Klatsch- und Singübung), weiterführend zu den ersten rhythmischen Instrumenten Rasseln und Trommeln usw., erhielt das Xylophon eine bedeutende, führende Rolle. Es ist das erste der primitiven Instrumente, das mit der rein rhythmischen die melodische Übung verbindet. Es ist als solches der Grundstock einer aufbauenden instrumentalen Melodik, die sich von der vokalen, die in der Übung für Blasinstrumente (Blockflöten) weitergeführt ist, grundsätzlich unterscheidet.

Das Holzstabspiel, Xylophon, früher auch Holzharmonika oder Strohfidel genannt, ist ein altes Volksinstrument. Von den heute gebräuchlichen Xylophonen unterscheidet sich das für das Schulwerk gebaute Maendler-Xylophon wesentlich durch seinen Resonanzkasten, durch die Anordnung der Stäbe, die einreihig nebeneinander liegen, und durch seine Stimmung. Ebenso ist die klangliche Wirkung eine durchaus andere, da der Resonanzkasten es ermöglicht, die Stäbe mit Gummikopfschlägeln zu schlagen, wodurch der Ton einen weichen, schwingenden Charakter bekommt.

Für das Musizieren mit Kindern kommt hauptsächlich das pentatonische Xylophon in Frage. Der Unterricht auf diesem Instrument wird sich ganz im Rahmen des echten Kinderliedes und der sich daraus ergebenden Improvisation bewegen. Bis auf die letzten Stücke wird in diesem Heft nur das Alt-Xylophon (D), hier einfach als Xylophon bezeichnet, verwendet. Die Spielstücke können aber auch auf dem Sopran-Xylophon (D), das in derselben Stimmung steht, nur eine Oktave höher klingt, ausgeführt werden. In gleicher Bauart und Stimmung, unter Verwendung von Metall- statt Holzstäben, wird die Reihe der Stabspiele durch das Alt-Metallophon (D) bereichert. Das ebenfalls von Maendler gebaute chromatische Xylophon mit gleicher Stabanordnung und das GIockenspiel wurden im vorliegenden Spielheft nicht besonders berücksichtigt, doch können die meisten Stücke auch auf diesen Instrumenten ausgeführt werden.

Die verhältnismäßig leichte Spielbarkeit und die zarte Klanglichkeit des Maendler-Xylophons sind besonders geeignet, Einfühlung und Hingabe an das musikalische Geschehen zu entwickeln. Stabspiel-Improvisationen in chorischer Besetzung bieten vielfältige pädagogische Möglichkeiten, gerade diese Fähigkeiten besonders auszubilden.

Die in diesem Heft aufgezeigten Spielarten und Möglichkeiten sollen nicht nur aus den Übungen selbst, sondern auch aus der Improvisation gewonnen werden. Die verschiedenen Spielstücke können und sollen durch Improvisieren erweitert, verändert und zu kleinen Ensemblesätzen ausgebaut werden, wie die letzten Beispiele oder die Spielstücke aus den Heften E zeigen. Gleichgültig ob zur klanglich-rhythmischen Stützung mit einfachem Schlagwerk oder mit weiteren Xylo- oder Metallophonen begleitet oder über das Ganze eine Gesangs- oder Blockflötenlinie gelegt wird, immer sollen sich aus dem neuen Material neue Möglichkeiten der Lösung in Form und Darstellung ergehen. Ebenso soll auch die melodische Bindung und Ausgestaltung der reinen Schlagwerkübung, wie z. B. der Handtrommel- und Paukenstücke dazu dienen, Querverbindungen unter den einzelnen Übungen herzustellen. Man vergleiche hierzu. die Übertragungen aus B 1 und B 2, ebenfalls die arteigene Übertragung eines Teiles der vorliegenden Xylophonstücke in der »Klavierübung«. Die Hefte E und J zeigen auch, wie das Xylophon, das wie alle alten Volksinstrumente dem Tanz verbunden ist, eines der führenden Instrumente in der im Schulwerk angestrebten »Musik zur Bewegung« ist.

Güntherschule – München

Carl Orff

Nachweise

Textnachweis Kommentar:

Carl Orff [Vorwort], in: Hans Bergese (Hrsg.): Orff-Schulwerk. Elementare Musikübung, Bd. D1: Übung für Stabspiele: Xylophon, Mainz 1933, S. 3 f.

Bildnachweis:

[Titelseite] Hans Bergese (Hrsg.): Orff-Schulwerk. Elementare Musikübung, Bd. D1: Übung für Stabspiele: Xylophon, Mainz 1933.