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Orff-Schulwerk

Elementare Musikübung – B2

Übung für Schlagwerk: Pauken

 

Verfasser: Hans Bergese, Vorwort von Carl Orff

Sprache: deutsch

Publikationsjahr: 1932 (Edition Schott No. 3552b)

Besetzung: Pauken, Schlagwerk

 

Diese Auflage ist nur noch antiquarisch erhältlich

Besetzung detailliert
Instrumente: 4 Pauken, 2 Chinesische Trommeln, Basstrommel (Rahmentrommel), 2 Kesselpauken (ad. lib.), Fußschellen

Schlägel: 5 Filzschlägel (Paukenschlägel), 2 Gummischlägel (Xylophonschlägel), 5 Rohrstäbchen, 4 Trommelschlägel, 1 Stahlbesen

Inhalt
Für einen Spieler:

1-10 für eine Pauke
11-20 für 2 Pauken
21-30 für 3 Pauken
31-40 für 4 Pauken

Für zwei Spieler:

41-42 für 3 Pauken
43-45 für 4 Pauken, 2 Chinesische Trommeln und Basstrommel

Für drei Spieler:

46-48 für 4 Pauken und Fußschellen, 2 Chinesische Trommeln und Basstrommel

Für vier Spieler:

49-50 für 4 Pauken, 2 Kesselpauken, 2 Chinesische Trommeln und Basstrommel

Anhang:

1-8 Übung für Wirbel auf einem Instrument
9-16 Übung für Wirbel auf zwei Instrumenten
17-21 Übung für einfache und doppelte Kreuzschläge
22-26 Übung für Vorschläge

Kommentar
Dieses Heft »Übung für Schlagwerk: Pauken« will ebensowenig wie die andern dieser Reihe einen geschlossenen Lehrgang darstellen, sondern es ist eine Sammlung von Beispielen, an denen einige der zahlreichen rhythmisch-klanglichen Möglichkeiten dieser Instrumente gezeigt werden. Ist das erste Heft »Übung für Schlagwerk: Handtrommel« noch zum Selbststudium geeignet, so erfordert das vorliegende Heft eine Einführung durch einen Fachlehrer. Es werden somit die einfachsten Kenntnisse, wie die der Schlägelhaltung, der verschiedenen Anschlagarten und der Art des Stimmens und Dämpfens, als ein durch die praktische Übung erworbenes Wissen vorausgesetzt.

Im »Schulwerk« werden als Pauken nicht die allgemein bekannten »Kesselpauken«, sondern ein Satz von vier einfelligen Zylindertrommeln verwendet. Der Schallkörper dieser Pauken ist kein Metallkessel, sondern ein Zylinder aus Holz, dessen eine Seite von einem Fell bedeckt und dessen andere Seite offen ist. Werden im »Schulwerk« gelegentlich Kesselpauken verlangt, so werden sie immer als solche bezeichnet.

[…] Die üblichen hohen Metalltrommelständer werden im »Schulwerk« nicht verwendet; die Pauken stehen auf kleinen Kreuzständern: das Fell ungefähr 38–40 cm vom Boden entfernt. Die tiefstklingende Pauke steht immer links vom Spieler, die andern reihen sich entsprechend nach rechts an. Diese Aufstellungsart: tief-hoch – links-rechts, ist entsprechend dem Bau der Stabspiele gewählt und wird bei allen gleichartigen lnstrumenten (Pauken, Chinesischen Trommeln, Chinesischen Holzblocktrommeln u. a.) durchgeführt, um dem Spieler den oft geforderten Wechsel an den Instnunentrn zu ereichtern. Der tiefen Sitzhaltung im primitiven Orchester entsprechend, ist auch bei diesen lnstrumenten eine lockere Schlaghaltung erforderlich.

Beim Stimmen der Pauken sind immer die einander gegenüberliegenden Schrauben gleichzeitig anzuziehen, um gleichmäßige Spannung des Felles zu erreichen. Nach Gebrauch wird das Fell entspannt, damit es nicht allzu rasch die Elastizität verliert.

Die Wahl der Schlägel bedarf besonderer Beachtung, da von ihrer Beschaffenheit die Qualität des Tones ahhängig ist; sie sollen nicht zu schwer und der Filzkopf nicht zu hart sein. Schlagfleck und Spielart ist im allgemeinen die gleiche, wie bei Kesselpauken; bei Chinesischen Trommeln und Baßtrommel ist der Schlagfleck meist in der Mitte des Felles.

Übung 1–10 ist auch auf allen andern Arten von Trommeln mit Filz- oder Trommelschlägeln ausführbar.

Übung 11–40 eignet sich nur für stimmbare Instrumente, da die absolute Tonhöhe von Wichtigkeit ist.

Übung 1–30 kann auch auf einfelligen, von oben geschlagenen Handtrommeln ausgeführt werden, sofern sie von verschiedener Tonhöhe sind.

Übung 41–50 stellt in ihrer Verbindung von Pauken, Chinesischen Trommeln und Baßtrommel eine klangliche Erweiterung dar. Die hier verwendeten dünnen »Rohrstäbchen« werden flach, nicht mit der Spitze, auf das Fell geschlagen.

Diese Rhythmen eignen sich in ihrer ostinaten Form zur Begleitung von Bewegungsstudien.

Im Anhang befindet sich außerdrm noch eine kleine Zusammenstellung wichtiger Übungen einzelner Schlagarten.

Da die Technik des Paukenspiels die Grundlage für die hauptsächlichsten Spielarten des Schlagwerks ist, kann ihr nicht genug Aufmerksamkeit und Sorgfalt zugewendet werden.

Wie die hier gezeigten Rhythmen als Grundlage zur melodischen Improvisation verwendet werden können, zeigen die Beispiele 30, 41 und 42, die in Heft E 1 ausgearbeitet vorliegen; weitere Beispiele befinden sich in Heft B 4.

Güntherschule – München

Carl Orff

Nachweise

Textnachweis Kommentar:

Carl Orff [Vorwort], in: Hans Bergese (Hrsg.): Orff-Schulwerk. Elementare Musikübung, Bd. B2: Übung für Schlagwerk: Pauken, Mainz 1932, o. S.

Bildnachweis:

[Titelseite] Hans Bergese (Hrsg.): Orff-Schulwerk. Elementare Musikübung, Bd. B2: Übung für Schlagwerk: Pauken, Mainz 1932.