Digitalisierung

Digitale Ersterschließung und Schutzdigitalisierung des künstlerischen Nachlasses von Carl Orff

Schwerpunkt des Digitalisierungsprojektes im Orff-Zentrum München ist der künstlerische und dokumentarische Nachlass von Carl Orff. Zur Schutzdigitalisierung werden Scanner (Color-Aufsichtsscanner OS 10000 A 1 und OS 15000 Advanced Plus A 3 plus der Firma Zeutschel) sowie eine Digitalkamera (Canon EOS 6D) eingesetzt. Der Großteil der Bilder findet seine Verwendung in der Sammlungsdokumentation (Goobi.Presentation) für hausinterne und wissenschaftliche Zwecke. Nur zu einem geringen Teil und mit ausdrücklicher Zustimmung der Rechteinhaber werden diese Digitalisate im Hinblick auf eine Veröffentlichung erstellt. Bei allen vom Orff-Zentrum eingesetzten Dateiformaten (pdf, jpeg, tiff, xml) handelt es sich um typische Standardformate. Das gilt gleichfalls für das verwendete Mets-Mods-Format der Xml-Dateien, das sich als derzeitiger Standard zur Beschreibung (Struktur- und Metadaten) von Digitalisaten etabliert hat. Bei der Schutzdigitalisierung bleiben die faksimilierten Seitenbilder der jeweiligen Archivaliengattung als Resultat des Scanvorgangs erhalten. Sie sind grundsätzlich unabhängig von allen folgenden Verarbeitungsschritten (Vergabe von Strukturelementen und Metadaten) und weiteren Informationseinheiten je für sich zugänglich und werden gewissermaßen als Originale (Rohdaten, 400 dpi) gespeichert und dargestellt. Die regelmäßige und automatische Sicherung der Digitalisate erfolgt im Haus serverunabhängig durch ein gespiegeltes NAS-System, wobei nach Abschluss eines jeweiligen Teilprojektes (z. B. Jahreskalender von Carl Orff) die Langzeitarchivierung zusätzlich durch ein Rechenzentrum erfolgt.

Nach der Erstellung und projektbezogenen Anpassung der Datenbank sind aus dem Nachlass von Carl Orff folgende Bestandsgruppen des Archivs für die digitale Ersterschließung und Schutzdigitalisierung geplant: (Jahres-)Kalender, Tagebücher, Skizzen, Korrespondenz und Fotos. Für einige Einheiten des Bestands werden nach der Digitalisierung genau passende Stanzkonturen (s. Abbildung) aus säurefreiem Papier für die Verpackung (Umschläge) und das Beilagen-Material entworfen, die mit den wichtigsten Angaben zum Digitalisat und einem Bar- bzw. QR-Code bedruckt sind.

Das Orff-Zentrum München setzt für die digitale Ersterschließung und Schutzdigitalisierung des Nachlasses von Carl Orff (Inhouse-Projekt) die quelloffene Softwaresuite KITODO ein. Sie unterstützt alle Schritte des Digitalisierungsprozesses von der Produktion über die Präsentation bis zur Archivierung digitaler Objekte. Sie umfasst mehrere Module, die gemeinsam oder unabhängig voneinander eingesetzt werden können. Dank offener Schnittstellen und der Einhaltung internationaler Standards sind sie untereinander und mit anderen Systemen interoperabel. Die Softwarepakete von Kitodo stehen auf Github kostenfrei zum Download zur Verfügung und sind unter GNU/GPL (General Public License) lizensiert. Kitodo wird von einer dynamischen Anwender- und Entwicklercommunity und dem gemeinnützigen Verein Kitodo e. V. getragen und laufend kooperativ weiterentwickelt.

Nachweise

Textnachweis: Jan Adamiak

Bildnachweise: Video »Schutzdigitalisierung« © Founders Reserve Media / Orff-Zentrum München; Bilder Stanzkonturen und Laufzettel © Orff-Zentrum München